Kapitalmarktausblick 4. Quartal

Die Investment-Experten Dr. Nils Kottke, Mitglied des Vorstandes und Markus Dürnberger, Leiter Asset Management, haben im Videostream am 12. Oktober einen Blick auf jene Themen geworfen, die die Märkte im vierten Quartal 2021 bewegen werden – darunter Analysen zur wirtschaftlichen Entwicklung und den Anlageklassen.



Inflation und niedrige Zinsen als Herausforderung für Anleger


Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin auf einem guten Weg, auch wenn sich das starke globale Wachstum der ersten Jahreshälfte nun etwas “normalisiert” hat. Das bedeutet durchaus weiterhin gute Chancen für Anleger, analysieren die Experten des Bankhaus Spängler in ihrem aktuellen Ausblick auf das vierte Quartal. Insgesamt ist die konjunkturelle Entwicklung sowohl in Europa als auch in den USA positiv. Dennoch gibt es einige “Stolpersteine” zu beachten, der größte davon heißt derzeit Inflation. 

“Die von den Notenbanken bisher vertretene These eines nur ‘temporären Anstiegs’ der Inflation steht sicherlich auf dem Prüfstand”, sagt Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler. “Die Teuerung ist längst ganz real für jedermann zu spüren - in Europa liegt die Inflationsrate schon bei 3,2 Prozent, in den USA gar bei 5,2 Prozent. Das Thema Inflation wird uns also ganz sicher noch weiter begleiten. Für zusätzliche Unruhe sorgen die weltweiten Lieferengpässe, welche die Preise zusätzlich unter Druck setzen. All das wird die Märkte in den kommenden Monaten noch stark beschäftigen.”

Schwieriger Kapitalerhalt: Realzinsen liegen bereits im negativen Bereich

Die aktuell hohe Inflation, gepaart mit dem seit Jahren anhaltend niedrigen Zinsniveau, erschwert es für Anleger und Vermögensverwalter, Kapital real zu erhalten. Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Bankhaus Spängler nennt ein Beispiel: “Für zehnjährige Staatsanleihen in der Eurozone liegen die ‘Realzinsen’ - also die Nominalzinsen abzüglich der Inflationsrate - bereits deutlich unter minus 1 Prozent, in den USA aufgrund der höheren Inflationszahlen aktuell sogar unter minus 2 Prozent. Langfristig ist dieser Kaufkraftverlust natürlich keine gesunde Entwicklung.”


Aktienmärkte: Gute Entwicklung, aber “Stolpersteine” könnten bremsen

Auf den Aktienmärkten hat nach dem sehr guten ersten Halbjahr des laufenden Jahres im dritten Quartal eine Anpassung bzw. Normalisierung stattgefunden. “Dennoch ist das Gesamtbild sowohl in den USA als auch in Europa gut”, meint Dürnberger. “Die Volatilität wird natürlich etwas größer, das liegt ebenso am Thema Inflation, aber auch an zusätzlichen Stolpersteinen für die weitere Entwicklung.” Neben relativ niedrigen Gewinnerwartungen der Unternehmen - vor allem in den USA - zählen dazu auch die steigende Gefahr möglicher Blackouts sowie das Mega-Trendthema “Deglobalisierung”, das sich aufgrund der Lieferengpässe wohl noch weiter beschleunigen sollte. “Es wird sehr interessant zu beobachten, wie sich die USA, China und Europa in den nächsten Jahren diesbezüglich positionieren werden”, so Dürnberger.


China: Politischer Einfluss wächst, Immobilienmarkt mit Gefahrenpotenzial


In China haben die sich häufenden regulatorischen Eingriffe Pekings in die Kapitalmärkte für große Unsicherheit gesorgt. “Wir glauben, dass dieser Prozess des wachsenden politischen Einflusses auf die Wirtschaft noch nicht abgeschlossen ist. Daher agieren wir derzeit eher vorsichtig, was China-Investments betrifft”, so der Asset Manager des Bankhaus Spängler. Gefahren berge insbesondere auch der Immobilienmarkt (jüngstes Beispiel “Evergrande-Krise”), der rund 20 Prozent zum Wachstum Chinas beiträgt. “Wenn hier der Markt nicht mehr ordentlich wächst, wirkt sich das auf die chinesische, und damit letztendlich auch auf die globale Konjunktur aus.”

 

Wichtige Informationen

Die hier dargestellten Angaben dienen trotz sorgfältiger Recherche ausschließlich der unverbindlichen Information und ersetzen nicht eine, insbesondere nach rechtlichen, steuerlichen und produktspezifischen Gesichtspunkten notwendige, individuelle Beratung für etwaig darin beschriebene Finanzinstrumente. Die Information stellt weder ein Anbot noch eine Einladung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und dient insbesondere nicht als Ersatz für eine umfassende Risikoaufklärung.

Jede Anlage in Wertpapieren ist mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Insbesondere können Kursschwankungen, Zinsänderungen und Bonitätsverschlechterungen des Emittenten den Wert, Kurs oder Ertrag des Wertpapiers negativ beeinflussen. Bei Veranlagung in fremder Währung entsteht zusätzlich ein Währungsrisiko, welches sich ertragsmindernd oder ertragserhöhend auswirken kann. Lassen Sie sich daher ausführlich von einem Wertpapierberater über diese Risiken informieren.

Alle Informationen, Meinungen und Einschätzungen in diesem Dokument geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers bzw. der Verfasser zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung - insbesondere im Hinblick auf künftig anwendbare regulatorische Neuerungen (EU-Verordnungen und nationale Gesetze etc.) zum Thema Nachhaltigkeit - ändern. Die dargebrachten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft wider. Die Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft ist nicht dazu verpflichtet, dieses Dokument zu aktualisieren, zu ergänzen oder abzuändern, wenn sich ein in diesem Dokument genannter Umstand, eine enthaltene Stellungnahme, Schätzung oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. Die Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Genauigkeit der hierin enthaltenen Informationen, Druckfehler sind vorbehalten.

Dieses Dokument ist keine Finanzanalyse und unterliegt daher weder den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen noch dem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Zuständige Aufsichtsbehörde: Österreichische Finanzmarktaufsicht, Otto-Wagner-Platz 5, 1090 Wien.